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So war das Kurzfilmfest „.mov“ 2015

Zum achten Mal fand das Kurzfilmfest „.mov“ für Schüler ab der 9. Klasse statt. Unter dem diesjährigen Motto „So spielt das Leben“ wurden am 24. und 25. Juni im Filmforum des Museums Ludwig Filme aus Deutschland, Großbritannien, Irland und den Niederlanden gezeigt. Schülerredakteurin Yee-Kee Chung berichtet über ihren Lieblingsfilm und hat sogar einen Wunsch für das nächste Filmfest.

 
 

Der Film „Wedding Cake“ wurde von einer Schülerjury zum Gewinner gekürt. Der Animationsfilm zeigt das unglückliche Eheleben zweier Marzipanfiguren auf einer Hochzeitstorte, die mit vielen Klischees gefüllt ist.

Ein ehemaliger Stuntman war vor Ort

Die Idee hinter dem Kurzfilmfest ist, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, zusammen Filme anzuschauen, zu analysieren und sich mit der Berufswelt der Filmschaffenden auseinander zu setzen. Um das zu realisieren, war Holger Schuhmacher vor Ort. Der ehemalige Stuntman zeigte mit einem Kurzvideo den Schülern, was den Beruf ausmacht. Ebenso standen die Sound-Designerin und der Modellierer des Gewinnerfilms für ein kurzes Interview auf der Bühne.

Mein Wunsch: Ein Film über Filmberufe

Aber leider sind deren Berufe nicht so richtig klar geworden. Ich hätte mir gewünscht, mehr von den Filmemachern hinter der Kamera zu sehen. Ich habe selbst bei einer Filmproduktion mitgewirkt und war überrascht, wie viele Leute am Set stehen, welche einzelnen Aufgaben sie haben und mit wie viel Aufwand eine Szene gedreht wird. Ich hätte es schön gefunden, dem Publikum darin einen näheren Einblick zu geben. Denkbar wäre ein Kurzfilm über die verschiedenen Berufe Setrunner, Kostümbildner, Garderobier, Maskenbildner, Setleiter, Kameramann, Regie, Oberbeleuchter, Requisiteure etc. Das wäre für das Kurzfilmfest im nächsten Jahr super!

Mein Favorit: der Film „Sadakat“ über die Demo in Instabul

Das Hauptmerkmal lag jedoch darin, Filme zu den Themenkreisen „Glaube – Liebe – Kunst“ zu zeigen. Besonders erwähnenswert finde ich den Film „Sadakat“ – übersetzt „Treue“. Der Film erzählt von der Demonstration in Istanbul im Jahr 2014. Im Mittelpunkt steht eine kleine Familie, die in wohlhabenden Verhältnissen lebt. Die ständige Angst, von einem Erdbeben überrascht zu werden, wird nun durch die politisch kritischen Zustände verstärkt. Hinzu kommt das Misstrauen des Ehemannes gegenüber seiner Frau, da diese einen Demonstranten in Schutz genommen hat. Daraus folgen weitere Probleme, die die Familie in Schwierigkeiten bringen könnte. Der Film ist deshalb so lobenswert, weil das Thema sehr aktuell ist und uns zum Nachdenken anregt. Der Film zeigt Mut in einer Zeit, wo sich Menschen nach Sicherheit sehnen. Deshalb hätte ich diesen Film als Gewinner ausgesucht.

Das Kurzfilmfest war eine gelungene Veranstaltung, bei der die Schüler mit Spaß und Interesse teilgenommen haben. Die Filme waren auch von der Altersangabe her gut ausgewählt.