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Buch & Co.

„Tauben im Gras" von Wolfgang Koeppens

Eine Buchvorstellung von k50 Schülerredakteurin Dora Cohnen.

 
 

„Tauben im Gras“ ist wie ein Gedicht, dass sich über etwa 228 Seiten erstreckt (Suhrkamp- Ausgabe, ISBN-10: 3518371010): wilde Wörter aneinandergereiht, Schlagzeilen, Kompositionen, die Aufschluss auf das Deutschland der Nachkriegszeit geben.

Es ist ein pessimistisch geprägtes Weltbild, man glaubt an einen dritten Weltkrieg, man findet sich in veränderten Situationen wieder, Armut und Anpassungen.

Die Deutschen scheinen missmutig, misstrauisch, sie mögen die Amerikaner nicht und noch weniger die Schwarzen.

Es ist nicht leicht, unbeschwert zu sein, wenn man die Last der Geschichte tragen muss, die in manchen Teilen noch nicht abgeschlossen ist und in der Vergangenheit liegt.

Die Handlung ergibt sich aus der Verflechtung unterschiedlicher Erzählstränge aus der Realität verschiedener Personen. Je weiter der Inhalt fortschreitet, je mehr bemerkt man, wie die einzelnen Figuren mit den Schicksalen der anderen zu tun haben, gleichgültig ob sie sich einander begegnen oder sich ihre Wege nie kreuzen.

Da kommt ein Dichter in die Stadt, der den europäischen Geist zu beschreiben versucht, ein kleiner Junge besitzt und verliert einen Hund, eine Erbin muss all ihr Gut loswerden, um sich über Wasser zu halten, eine Frau muss mit der Schande umgehen, ein Baby eines Schwarzen in sich zu tragen.

Wie zufällig existieren sie nebeneinander, sinnlos auf eine Weise, wie Tauben im Gras. Ist das Freiheit? Ist es ein Traum?

„Schlaft nicht! Wacht auf! Es ist Zeit!“, wird an einer Stelle von einem Geisteskranken gerufen. Die Zeit ist kostbar, und wir sollten jede Sekunde des Friedens genießen.

 
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