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Schule

Schockierend und überraschend - nicht zu erwartende Zustände in Schulmensen!

In fast allen Ganztagsschulen wird heutzutage ein Mittagessen in der Schulmensa angeboten. Gesund und ausgewogen ist es dabei aber meistens nicht. Welche Ergebnisse bei einer Studie zu dem Thema ans Licht kamen und warum gutes Mensaeessen wichtig ist? Lest selbst!

 
 

Zunehmender Ganztagsbetrieb an deutschen Schulen hat dazu geführt, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler in der Schule mit Mittagessen versorgt werden müssen. Neben der Tatsache, dass ein Schulbetrieb bis 16 Uhr oder länger ohne vernünftiges Mittagessen nicht denkbar ist, steht auch die Idee, jedem Kind eine gesunde und reichhaltige Ernährung zu bieten. Hierbei - ganz nebenbei - schwingt wohl auch der Vorwurf mit, dass viele Eltern ihre Kinder nicht richtig ernähren und lieber auf schnelles als auf gutes Essen setzen. Diesem Missstand soll mit dem Essen in der Schule Abhilfe geschaffen werden. Ausgewogene Ernährung und ein reichhaltiges Angebot für kleine Preise, lautet die Devise. So klang es bisher, besonders von Seiten der Politik.

Umso schockierender ist das Ergebnis der kürzlich veröffentlichten Studie zum Schulessen. Welche katastrophalen Zustände kamen dabei ans Licht? Zu viel Fleisch, verkochtes Essen und viel zu wenig Zeit für das Mittagessen. Entrüstete Stimmen aus der Politik suggerieren, davon erst jetzt erfahren zu haben. Diese Eintrüstung ist schlicht geheuchelt, da bereits vorher hätte klar sein müssen, auf was man sich dabei einlässt. Mit der Vorstellung, einen ausgebildeten Koch in den meisten Schulmensen antreffen zu können, ist man schlicht auf dem Holzweg. Ebenso wie jeder, der denkt, Kinder würden lieber Gemüseeintopf als Schnitzel mit Pommes essen.

In der Regel werden Schulmensen durch einen externen Anbieter betrieben, der durch den Schulträger beauftragt wurde. Da dieser Anbieter darauf angewiesen ist, Gewinn zu erwirtschaften, wird er auch alles daran setzen, seinen Schnitt zu machen. Wer bei der Einführung wirklich glaubte, mit Preisen von etwa drei Euro ein ausgewogenes Essen inklusive Salat und Nachspeise zu erhalten, erscheint doch als recht naiv. Es darf nicht vergessen werden, dass davon auch noch Mitarbeiter und Logistik bezahlt werden müssen und letztlich auch noch ein Plus für das Unternehmen herausspringen soll. Es wird auf schnelles und einfaches statt auf gesundes Essen gesetzt. Schnitzel, Pommes und Pizza sprechen dabei einfach mehr Kinder an als Spinat und Broccoli.

Für mich ist es schleierhaft wie die Realität und die Konsequenzen politischer Entscheidungen so massiv verdrängt werden konnten. Die Kinder werden gezwungen, den ganzen Tag in der Schule zu verbringen, so wie Eltern dazu gezwungen werden, die Ernährung ihrer Kinder in die Hand des Staates zu legen und dies dann auch noch zu bezahlen.

Während sich die Politik in Träumereien von gesunder Ernährung verliert, müssen Kinder und Eltern hinnehmen, wie die Realität aussieht. In meinen Augen sieht man an den veröffentlichten Befunden einmal mehr, wie kopflos und ignorant bildungspolitische Entscheidungen getroffen werden und wie fehlerhaft das Ganztagsmodell in Deutschland noch immer ist. Auch wenn ich die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung begrüße — wobei sich alle im Wesentlichen auf bessere Qualität und Qualitätskontrollen zusammenfassen lassen — ist und bleibt es elementar, mehr in die Entwicklung unserer Kinder und somit unsere Zukunft zu investieren. Denn bessere Qualität kostet mehr Geld! Wer dies nicht glaubt, hat noch nie in einer Küche gestanden.

 
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