Drucken

Köln

Berlin mal anders (13. – 17. Mai)

Über das lange Wochenende war ich mit Freunden und meiner Familie in der schönen Landeshauptstadt Berlin. Neben den Standardbesichtigungen des Brandenburger Tors, des Holocaust Mahnmals und dem Berliner Dom, haben wir vor allem die besprayten Hinterhöfe, zahlreiche Märkte und sämtliche Currywurst Stände erkundet.

 
 

Nach unserem gefühlt nur zehnminütigen Flug von Köln nach Berlin Tegel gab es für uns erstmal ein riesiges Steak in einem der besten Restaurants in Kreuzberg. Zwar haben wir den Kellner wegen seines sehr stark berlinerischen Akzents kaum verstanden, doch trotzdem waren wir am Ende des Abends alle satt.

Jakobsmuscheln und Buletten

Spannend wurde es dann erst am Donnerstag, als wir das berühmte Brandenburger Tor am Pariser Platz neben der amerikanischen Botschaft besichtigten. Danach ging es zum Holocaust Mahnmal, und nach langem Fußmarsch kamen wir irgendwann auch zum Sony Center, das bei Tageslicht zwar nicht ganz so besonders aussieht, doch der goldene Kaisersaal davor ist auch im hellen sehr sehenswert. Am nahe gelegenen Checkpoint Charlie hielten wir uns dann nicht lange auf, da niemand von uns Lust hatte Geld auszugeben, um ein Bild mit den amerikanischen Soldaten in Uniform zu machen. Da war der Souvenirshop der „Trabi World“ neben der Topographie des Terrors wesentlich interessanter.



Nach einem anstrengenden Tag durch Kreuzberg hatten wir dann alle Hunger und mit kleinen Umwegen fanden wir schließlich zur „Markthalle 9“, in der es Gerichte aus wirklich allen Kulturen gab. Zwischen einem Jakobsmuschel-Stand und einem Bäcker mit italienischer Focaccia saßen wir dann und aßen Berliner Buletten. Auf dem Nachhauseweg gingen wir am Planufer des Landwehrkanals entlang und entdeckten vielerlei skurrile Balkone, Menschen und Sprüche an Hauswänden, Bäumen und Brücken.

Mit dem Fahrrad durch Berlin

Am Freitag fuhren wir, für meine Verhältnisse viel zu früh, zum Alexanderplatz und mieteten uns Fahrräder und einen Tour Guide, der uns vom Reichstagsgebäude bis hin zur Siegessäule und dem Berliner Dom führte. Er erzählte uns, dass man die Gedächtniskirche und die Turmruine daneben Lippenstift und Puderdose nannte, dass ein Kapitän eine der beiden Schleusen zwischen Landwehrkanal und Spree für eine ganze Weile funktionsunfähig gemacht hatte, als er betrunken dagegen gefahren war und, dass die letzten Bomben im 2. Weltkrieg nicht schon am 8. Mai, sondern erst im August 1945 gelegt worden sind.

Shoppen und Essen 24/7

Der Samstag war für uns Kinder dann das Highlight, denn es war Shoppen im KaDeWe und am Kuhdamm angesagt. Zuerst gingen wir aber zu den Hackeschen Höfen in den berühmten Ampelmann-Shop, aus dem wir allerdings nur Gummibärchen mitnahmen. Der Weg zum Kuhdamm führte uns durch einen Hinterhof in dem jede Wand mit den außergewöhnlichsten Bildern, Stickern und Sprüchen besprüht, beklebt und beschrieben war. Allgemein fanden wir in Kreuzberg kaum ein Haus, das nicht mit Graffiti besprayt war. Nach einem kleinen Stück Kuchen in „Klärchens Ballhaus“ ging es dann endlich zum Einkaufen ins KaDeWe. Später tranken wir noch einen Milchshake im „Schwarzen Café“, das 24 Stunden geöffnet hat, rund um die Uhr Mittagessen, Frühstück und Cocktails serviert und immer voll ist.

Leben in 2010 – Weltuntergang oder Roboter?

Auch von unserem letzten Tag nutzen wir jede Sekunde und fuhren erst zu Ausstellung, Kirche und Museum an der Bernauerstraße und dann zum Mauerpark. Der Mauerpark ist viel mehr Park als Mauer und ein beliebter Treffpunkt für viele Jugendliche. Immer sonntags gibt es dort auch einen Flohmarkt und natürlich viel Currywurst. Ganz zum Schluss warfen wir noch einen Blick in die Ausstellung „Alltag in der DDR“. Am Interessantesten dort waren vier Aufsätze, geschrieben von 15-jährigen Mädchen und Jungen aus dem Jahr 1985, in denen sie beschrieben, wie sie sich das Leben im Jahre 2010 vorstellten. Während einige in der Zukunft mit Robotern den Haushalt meisterten, hatte der 3. Weltkrieg in anderen Vorstellungen die Erde in 2010 schon vollständig zerstört.

Als unser Flieger dann um 21.45 Uhr etwas verspätet abhob, wurden wir alle gleich sehnsüchtig nach den verrückten Menschen auf den Straßen, den Ampelmännchen und der guten Wurst. Alles in allem war es ein sehr schöner Ausflug und ich empfehle allen, die schon in Berlin waren und die Hauptattraktionen nicht noch mal sehen wollen, einfach mal einen Blick in die unscheinbaren Cafés und heruntergekommenen Gegenden zu werfen, denn meistens findet man dort die lustigsten und außergewöhnlichsten Dinge.

 
 

Kommentar(e) (1) »

  1. Normally I do not read post on blogs, but I wish to say that this writeup very compelled me to try and do it! Your writing style has been surprised me. Thanks, quite great article.

Eigenen Kommentar schreiben: